
Noch klingt das letzte „Herzlichen Glückwunsch“ in euren Ohren, da drückt euch schon jemand die ersten Sektgläser in die Hand. Genau richtig so: Erst einmal anstoßen, ein paar Worte mit euren Gästen wechseln, eine Runde durch den Sektempfang drehen. Erst danach nehme ich euch beiseite: Jetzt seid ihr dran. Eure Gäste sind bestens versorgt, und für die nächsten Minuten gehört die Zeit ganz euch als Paar.
Den ganzen Vormittag über wart ihr gefragt: von Planern, von Familie, von Freunden, die unbedingt noch ein Wort mit euch wechseln wollten. Manchmal wart ihr sogar räumlich getrennt. Jetzt ist es Zeit, wieder zueinander zu finden – nicht als Gastgeber, nicht als Braut und Bräutigam vor Publikum, sondern einfach als ihr beide.
An einem Hochzeitstag dreht sich alles um euch, und trotzdem seid ihr die meiste Zeit für andere da: für die Gäste, die unterhalten werden wollen, für den Ablauf, der weiterläuft, für all die Menschen, die diesen Tag mit euch teilen. Das Paarshooting bei der Hochzeit ist anders. Es ist der eine Programmpunkt, der ausschließlich euch gehört. Keine Gäste, die zuschauen, kein Programm, das im Hintergrund tickt – nur ihr beide und ein paar Minuten Stille mitten im Trubel des Tages.
Genau das macht das Paarshooting so kostbar. Nutzt die Zeit, um kurz durchzuatmen, euch in die Augen zu schauen und euch bewusst zu machen: Ihr seid jetzt verheiratet. Diese Erkenntnis braucht manchmal ein paar ruhige Minuten zu zweit, um wirklich anzukommen.

Viele Hochzeitsfotografen planen für das Paarshooting eine ganze Stunde oder mehr ein. Ich mache das bewusst anders, und dafür gibt es einen guten Grund: Bei mir bekommt ihr später am Tag noch zwei weitere Gelegenheiten für Paarbilder – das Sunset-Shooting im goldenen Licht des Sonnenuntergangs und die Blaue Stunde mit ihren besonderen Nachtaufnahmen. Diese beiden Termine bringen ein Licht mit, das sich um die Mittagszeit oder direkt nach der Trauung gar nicht nachstellen lässt.
Das Paarshooting direkt im Anschluss an die Gratulation muss also nicht die eine große Fotosession des Tages sein, bei der alles auf einmal passieren muss. Es darf kurz und intensiv sein: 15 bis 20 Minuten, mehr braucht es nicht. Eure Gäste feiern gerade euretwegen, der Sekt ist eingeschenkt, die Gespräche laufen – ihr solltet dabei sein, nicht eine Stunde lang irgendwo im Grünen posieren, während drüben die Party ohne euch stattfindet. Bei dem kurzen Zeitfenster, was wir uns nehmen, vermissen euch die Gäste kaum.
Hier zeigt sich, warum ich vor der Hochzeit so viel Wert auf das gemeinsame Engagementshooting / Kennenlernshooting lege. Andere Paare stehen an dieser Stelle oft das erste Mal vor der Kamera, für euch ist das längst alter Tobak: Ihr wisst, wie ich arbeite, wie meine Anweisungen gemeint sind, wie sich das anfühlt, wenn ich euch beobachte. Diese Unsicherheit, die viele Brautpaare beim Paarshooting plagt – „Was sollen wir bloß machen?“, „Wir sind doch gar nicht fotogen!“ – kennt ihr nicht mehr. Wir haben das schon geübt und die Bilder, die beim Probeshooting heraus gekommen sind haben euch noch den letzten Rest an Zweifel genommen, denn ihr seid wunderbar.
Das bedeutet: Wir verschwenden keine der wertvollen 15 bis 20 Minuten damit, uns erst aneinander zu gewöhnen. Wir können direkt dort weitermachen, wo wir beim Kennenlernshooting aufgehört haben, nur mit einem Unterschied, dass ihr seit heute verheiratet seid, und genau dieses Gefühl macht es heute noch einfacher.


Was in diesen Minuten entsteht, sind keine steifen, gestellten Portraits. Ein paar Nahaufnahmen, bei denen ich ganz nah an euch herangehe, für die Details: euer Lächeln, die Hand in der Hand, die Ringe, die heute zum ersten Mal an ihrem Platz sitzen. Dazwischen ein paar Aufnahmen aus der Ferne, wenn ihr Hand in Hand über die Wiese oder den Weg spaziert, einfach weil es sich richtig anfühlt.
Am schönsten wird es, wenn ihr euch etwas zuflüstert. Ein kleines Geheimnis, ein Insider-Witz, irgendetwas, das nur euch beide etwas angeht. In genau diesen Sekunden entsteht das ehrlichste Lachen des ganzen Shootings, und das sind meistens auch die Bilder, die euch später von diesem Tagesabschnitt am meisten berühren.
Und ja, wir stellen auch Bilder ganz bewusst, und dazu stehe ich auch: das klassische Pärchenfoto, frontal, beide lächeln in die Kamera, so wie man es von den alten Fotografien der eigenen Großeltern kennt. Das Kaminsims-Bild, wie ich es liebevoll nenne. Kein besonders kreatives Foto, dafür aber eines, das garantiert einen Platz auf dem Kaminsims, dem Schreibtisch oder im Portemonnaie eurer Oma findet. Diese Aufnahme darf ruhig klassisch sein. Schließlich soll auch die Generation, die mit spontanen Schnappschüssen und ungestellten Momenten weniger anfangen kann, ihr Lieblingsbild von euch bekommen.


Bei so wenig Zeit ist meine Aufgabe klar: Ich gebe euch eine grobe Richtung vor, einen Weg, den ihr entlanggeht, eine Geste, die ich vorschlage, und dann lasse ich euch machen. Kein stundenlanges Ausprobieren verschiedener Posen, kein „Kopf ein bisschen mehr nach links“. Dafür ist die Zeit zu kostbar, und ehrlich gesagt braucht ihr das dank des Kennenlernshootings auch gar nicht mehr. Ich bin in diesen Minuten eher Wegweiser als Regisseurin – ich sorge für gutes Licht, einen schönen Hintergrund und den richtigen Moment, um abzudrücken. Den Rest übernehmt ihr beide, ganz von selbst.
Und dann ist die Zeit auch schon wieder um. Bevor ihr es richtig gemerkt habt, sind die 15 bis 20 Minuten vorbei und es geht zurück – zu euren Gästen, zum Sektempfang, zu den Gesprächen, dem Anstoßen, den Gruppenbildern, die als Nächstes anstehen. Ihr kommt entspannter zurück, als ihr gegangen seid, mit ein paar Minuten Zweisamkeit im Gepäck.
Und ihr wisst: Für die richtig großen, stimmungsvollen Paarbilder ist der Tag noch lange nicht vorbei. Die kommen später, wenn das Licht golden und der Himmel rot oder später tiefblau wird.
15 bis 20 Minuten reichen völlig aus – zwei weitere Termine folgen später am Tag
Ein vorheriges Kennenlernshooting spart Zeit, weil die Unsicherheit vor der Kamera schon abgebaut ist
Bewusst ein klassisches, frontales Pärchenfoto einplanen – das „Kaminsims-Bild“ für die Großeltern
Die Gäste nicht länger als nötig allein lassen: kurz und intensiv schlägt lang und zäh

Jetzt lasst uns herausfinden, wie wir eure ganz besondere Geschichte festhalten können. All die kleinen und großen Momente – wir verewigen gemeinsam eure Traumhochzeit.